35 Jahre Partnerschaft Mögglingen - Saleux
Ein besonderes Jubiläum stand über Christi Himmelfahrt im Mittelpunkt der dreitägigen Reise einer knapp 40köpfigen Abordnung aus Mögglingen in die französische Partnergemeinde Saleux: Seit mittlerweile 35 Jahren verbindet beide Gemeinden eine enge und lebendige Freundschaft. Dieser traditionsreiche Austausch, der im zweijährigen Wechsel stattfindet, soll für gelebte deutsch-französische Beziehungen, kulturellen Austausch und internationale Verständigung stehen.
Bereits am frühen Donnerstagmorgen um sechs Uhr machte sich die Reisegruppe im Reisebus auf den Weg nach Frankreich. Gegen 17.30 Uhr, nach einem Zwischenstopp in Sainte-Menehould und 800km Strecke erreichte die Delegation aus Mögglingen ihre Partnergemeinde Saleux in der Picardie, wo sie vor und in der Festhalle sehr freundlich und mit großem Hallo empfangen wurde. In ihren Begrüßungsansprachen betonten Saleux’ Bürgermeisterin Isabelle Rambour sowie Mögglingens Bürgermeister Adrian Schlenker die große Bedeutung solcher Gemeindepartnerschaften. Gerade in einer Zeit, die weltweit von Kriegen, Krisen und gesellschaftlichen Spannungen geprägt sei, seien Begegnungen dieser Art wichtiger denn je. Freundschaftliche Kontakte zwischen Menschen unterschiedlicher Nationen trügen dazu bei, Verständnis füreinander zu schaffen und den Frieden in Europa aktiv zu leben. Nach einem Sektempfang wurde der restliche Abend bei vielen guten Gesprächen und noch besserem Essen in den Gastfamilien verbracht.
Am Freitagvormittag stand ein gemeinsamer Ausflug nach Pierrefonds auf dem Programm. Mit einem französischen Doppeldeckerbus ging es in die malerische Gemeinde im Département Oise, die insbesondere für ihr eindrucksvolles Schloss bekannt ist. Während einer Führung erhielten die Besucherinnen und Besucher interessante Einblicke in die Geschichte und die Architektur des imposanten Bauwerks, das zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Region zählt. Nach einem reichhaltigen Buffet in einem Restaurant vor Ort konnten die Reisenden den Nachmittag individuell gestalten: mit einem Spaziergang rund um den idyllischen Lac du Pierrefonds, einer Fahrt mit dem Tretboot oder einer Runde Minigolf. Am Abend ging es weiter nach Amiens, wo französische Gastgeber und deutsche Gäste gemeinsam in einem Bowling-Center mit viel sportlichem Ehrgeiz und Humor die großen Kugeln über die Bahnen schoben. Nach einem gemeinsamen Abendessen kehrte die Gruppe nach Saleux zurück.
Der Samstag begann mit einem stillen Gedenken auf dem Friedhof von Saleux am Grab des im vergangenen Jahr verstorbenen, ehemaligen Bürgermeister Michel Découture. Er war mit BM a.D. Ottmar Schweizer der Initiator der Partnerschaft zwischen Saleux und Mögglingen.
Beim offiziellen Abschlussempfang in der Festhalle betonte Bürgermeisterin Isabelle Rambour, dass die Städtepartnerschaft zwischen Mögglingen und Saleux „nicht nur aus Ortsschildern am Dorfeingang oder offiziellen Reden“ bestehe, sondern „vor allem aus Freundschaft, gemeinsamen Erinnerungen und schönen Momenten des Lachens.“ Bürgermeister Adrian Schlenker und auch der Vorsitzende des Saleuxer Partnerschaftsvereins, Ludovic Le Cointe, würdigten die über 35 Jahre gewachsene Freundschaft zwischen den beiden Gemeinden. Besonders hervorgehoben wurde dabei das große Engagement aller Beteiligten, die die Partnerschaft seit so vielen Jahren mit Leben füllten. Einigkeit bestand darüber, dass die enge Verbindung zwischen Mögglingen und Saleux auch in diesem Jahr wieder intensiv gelebt und weiter vertieft worden sei. Zugleich freue man sich bereits heute auf den Gegenbesuch der französischen Freunde im kommenden Jahr in Mögglingen.
Als besonderes Gastgeschenk überreichte Bürgermeister Adrian Schlenker zwei große, mit einer Kreissäge geschnitzte und kunstvoll bemalte Holzfiguren: einen Feuersalamander sowie einen Frosch der Ellenberger Holzkünstlerin Hildegard Diemer. Die beiden Kunstwerke sollen in dem vor zwei Jahren in Saleux gestalteten Garten „Jardin Forêt“ einen ehrenden Platz finden.
Nach einem gemeinsamen Essen und der mittlerweile traditionellen französischen Abschiedszeremonie, dem sogenannten „Serviettentanz“, trat die Reisegruppe gegen 16 Uhr die Heimreise nach Mögglingen an – mit vielen neuen Eindrücken und der Gewissheit, dass die deutsch-französische Freundschaft zwischen Mögglingen und Saleux weiterhin lebendig bleibt. Erst weit nach Mitternacht erreichte man wieder Mögglingen.




